Ernst-Jürgen von Zitzewitz
Weg der Freiheit

7 – Von Zitzewitz

Klara von Zitzewitz war 90 Jahre alt, als sie das Grab ihres Sohnes Ernst-Jürgen zum letzten Mal besuchte. Nach langer Suche fand seine Familie sein Grab auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Ysselsteyn erst 1951. Seitdem besuchte seine Mutter es regelmäßig und hatte 1952 die Idee, ein Glockenspiel auf dem Friedhof aufzustellen. Sie finanzierte die größte Glocke des Glockenspiels aus eigener Tasche, aber auch andere Verwandte, die Stadt Berlin und das Auswärtige Amt beteiligten sich am Projekt. 1960 bestand das Glockenspiel aus 25 Glocken und wurde auf dem Friedhof installiert. Die Glocken tragen die Namen der Soldaten, deren Angehörige gespendet hatten. Das Glockenspiel stand zunächst in der Nähe von Ernst-Jürgens Grab, wurde aber 1990 an seinen heutigen Standort versetzt. 1974 wurde das Glockenspiel durch einen Blitzschlag beschädigt und musste aufwendig repariert werden. Danach erhielt das Glockenspiel seine heutige Form und spielt zwischen 9 und 17 Uhr jede halbe Stunde eine Melodie.

7 – Von Zitzewitz

80 Jahre Freiheit

Auf dem Glockenspiel

„Unserem lieben eeninzigen Sohn
Ernst-Jürgen von Zitzewitz
Geboren am 24. Dezember 1925 in Berlin
Geboren am 24. September 1944 in Veghel
Zum Gewidmet von seinen Eltern
Und signaler Omi aus Berlin.
Wir grüßen auch euch, das Heer signaler
Unbekannten toten Genossen
Sei Getreu bis in den Tod, so will ich
leben Dir Die Krone des Lebens.“

„Für unseren geliebten einzigen Sohn
Ernst-Jürgen von Zitzewitz,
geboren am 24. Dezember 1925 in Berlin,
gefallen am 24. September 1944 bei Veghel.
Gewidmet seinem Andenken von seinen Eltern
und seiner Großmutter aus Berlin.
Auch euch, der Armee seiner
unbekannten gefallenen Kameraden,
Seid treu bis in den Tod, so werde ich
euch die Krone des Lebens geben.“

Foto: Das Glockenspiel auf dem Friedhof, aufgestellt dank Ernst-Jürgens Mutter
Foto: Das Grab von Ernst-Jürgen v. Zitzewitz in Ysselsteyn

Das Schicksal

Gegenüber dem Grab von Ernst-Jürgen von Zitzewitz steht eine Bank, auf der Klara ihres Sohnes gedachte. Manchmal saß sie tagelang an dieser Stelle, die sich noch heute auf dem Friedhof befindet.

Ernst-Jürgen von Zitzewitz wurde am 24. Dezember 1925 in Berlin als Sohn des Adelsgeschlechts von Zitzewitz geboren. Während des Zweiten Weltkriegs entschied er sich für eine Offizierslaufbahn und kämpfte 1944 als Offiziersanwärter mit dem Titel „Fahnenjunker-Gefreiter“ im Ausbildungsbataillon 453-2/Ausb. Btl. OA. Im Rahmen der Operation Market Garden wurde er an die niederländische Front verlegt, wo er am 24. September 1944 bei Veghel im Kampf fiel. Zunächst wurde er in Son beigesetzt, 1946 jedoch nach Ysselsteyn umgebettet. Nach seinem Einsatz an der Front verloren seine Eltern jeglichen Kontakt zu ihm. Nach Kriegsende suchte Klara nach Antworten auf die Fragen nach dem Schicksal ihres Sohnes. Leider blieb diese Suche erfolglos. 1951 konnte mit Hilfe des Roten Kreuzes geklärt werden, dass ihr Sohn im Krieg in den Niederlanden gefallen war. Ihre Suche fand ein Ende, als Klara erfuhr, was mit ihrem Sohn geschehen war, und sie sein Grab in Ysselsteyn fand.